Auf uns! Starke Frauen! Heute ist internationaler Frauentag!

Auf uns! Starke Frauen!

Heute ist “Internationaler Frauentag”!

Der Internationale Frauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Der Tag wird auch Weltfrauentag, Tag der Frau, Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau oder International Women’s Day genannt. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen und kann auf eine lange Tradition zurückblicken.
 

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Auf uns! Starke Frauen!

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Hintergrundwissen: Der Internationale Frauentag

Am 8. März demonstrieren Frauen weltweit anlässlich des Internationalen Frauentages für ihre Rechte. Dieser Tag hat Tradition – es gibt ihn bereits seit über 100 Jahren. Ursprünglich aus der Arbeiterbewegung entstanden, ist die Geschichte des Frauentages als internationales Phänomen eng verknüpft mit der Geschichte des Sozialismus. Innerhalb Deutschlands ist sie daneben aber auch Protokoll der Stärken und Schwächen der Frauenbewegung sowie ihrer Spaltung in politischen Fragen. Bezeichnend hierfür ist, dass der Frauentag innerhalb der in den 70ern entstandenen Emanzipationsbewegung der BRD lange Zeit nur sekundäre Bedeutung hatte. Der 8. März war der sich als autonom begreifenden Bewegung zu stark parteipolitisch geprägt – kaum verwunderlich, wenn man die Wurzeln des Frauentags betrachtet.

Die Anfänge

Clara Zetkin (links) mit Rosa Luxemburg im Jahr 1910

Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (links) war eine der Initiatorinnen für die Einführung eines Internationalen Frauentags.
 

Initiatorinnen des ersten Frauentages waren sozialistische Arbeiterinnen aus den USA. Wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken hatten sie 1908 einen Frauenkampftag ausgerufen. Diese Idee wurde 1910 auf der zweiten sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen aufgegriffen. Nach dem Beispiel der amerikanischen Arbeiterinnen beschlossen 98 Frauen aus 17 Nationen, künftig jährlich einen Frauentag mit internationalem Charakter abzuhalten. Der Tag sollte die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die Forderungen der Sozialistinnen lenken und Orientierung bieten für den Kampf um die politischen Rechte der Frauen. Dementsprechend auch der Text eines Flugblatts zum ersten Internationalen Frauentag am 19. März 1911:

“Die Frau des 20. Jahrhunderts ist politisch mündig geworden, und trutziglich fordert sie ihre Staatsbürgerrechte …. Darum, auf ihr Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes, auf in den Kampf um euer Staatsbürgerrecht! Der 19. März ist euer Tag, an dem ihr zum Ausdruck bringen sollt, dass ihr es satt habt, als Gleichverpflichtete, aber Minderberechtigte euch zu mühen.“

An diesem ersten Internationalen Frauentag demonstrierten Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz. Allein in Berlin riefen rund 45 000 Teilnehmerinnen eine von Frauen getragene Massenbewegung hervor, wie sie die Öffentlichkeit noch nicht erlebt hatte. Insgesamt gingen in Deutschland mehr als eine Million Frauen auf die Straße, um ihr Recht auf volle politische Mündigkeit einzufordern. Dementsprechend lautete das Motto des ersten Frauentages: “Her mit dem Frauenwahlrecht!“ Verlangt wurde ein Wahlrecht, das es 1911 außer in Finnland in keinem europäischen Land gab – auch nicht in den USA.

Clara Zetkin – die Ahnin

Maßgebliche feministische Theoretikerin dieser Jahre war die Sozialistin Clara Zetkin. Durch ihre einflussreiche Position als leitende Redakteurin der sozialistischen Frauenzeitschrift Die Gleichheit (1882 – 1910) wurde sie zur Leitfigur der Frauenbewegung – oder zumindest der proletarischen Frauenbewegung. Denn Zetkin stellte in ihrer sozialistischen Emanzipationstheorie den Klassenkampf klar vor die Frauenfrage. Dass mit Parolen wie “Die Befreiung der Frau ist nur durch den Sozialismus möglich“ unter den bürgerlichen Frauen des Kaiserreiches nicht gerade viele Anhängerinnen zu gewinnen waren, liegt auf der Hand. Diese hatten sich 1894 als Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) ohnehin selbst organisiert und kämpften für das Recht auf Bildung, für freie Berufswahl und die Zulassung zum Universitätsstudium. Die Forderung nach politischer Gleichberechtigung aber blieb innerhalb des BDF umstritten.

Die Entwicklung des Frauentages

Auch die folgenden Internationalen Frauentage blieben vorwiegend von Sozialistinnen getragene Veranstaltungen. Rasch entwickelte sich der Frauentag weiter: 1912 schlossen sich auch Frankreich, Holland, und Schweden an; 1913 folgten Russland und die Tschechoslowakei. Überall demonstrierten Frauen für ihr Wahlrecht, forderten Arbeiterinnen-Schutzgesetze und den Acht-Stunden-Tag. Sie verlangten, so Clara Zetkin, “keine Sonderrechte, sondern ihr Menschenrecht.“

In Deutschland fand der 2. Frauenrechtstag am 12. März 1912 statt, der dritte am 1. März 1913. Unter dem Motto “Heraus zum Frauenrecht!“ leitete dieser eine ganze Frauenwoche ein, die zu einer verstärkten Mobilisierung von Frauen führte. Inzwischen erreichte der Frauentag auch Klein- und Mittelstände, die Zahl der Veranstaltungen stieg von Jahr zu Jahr.

1921 schließlich einigte man sich auf ein Datum, das von allen akzeptiert wurde: der 8. März – jener Tag, an dem es 1917 in einer St. Petersburger Textilfabrik zu einem Streik der Arbeiterinnen gekommen war, und der sich in der Folge zur sogenannten “Februarrevolution“ ausweitete. Mit der Erinnerung an dieses Datum wollte man den revolutionären Geist dieses Tages aufnehmen und für das politische Anliegen des Frauentages nutzen.

Die Spaltung der Frauenbewegung

Mit der Gründung der Weimarer Republik erhielten die Frauen in Deutschland 1918 das aktive und passive Wahlrecht. Dennoch blieben Frauen in den 20er Jahren in allen Parteien weiterhin unterrepräsentiert und waren kaum in hohen Parteiämtern vertreten. Eher regressiv entwickelte sich auch die Frauenbewegung dieser Jahre: Der BDF wurde in seiner Ausrichtung konservativer und widmete sich der Bewahrung traditioneller Frauenrollen, während sich die proletarische Frauenbewegung durch die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zersplitterte. Die Frauen in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gründeten 1919 die “Arbeiterwohlfahrt“ (AWO). Die pazifistischen Feministinnen wiederum schlossen sich in der “Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ (IFFF) zusammen. Helene Stöckers “Bund für Mutterschutz und Sexualreform“ setzte sich für Sexualaufklärung ein und kämpfte gegen das Verbot der Abtreibung.

Aus diesem Konglomerat an Vereinigungen resultierte eine gespaltene, sich untereinander bekämpfende Arbeiterinnen- und Frauenbewegung – eine Tatsache, die natürlich auch die Internationalen Frauentage in der Weimarer Republik prägte. So gab es zum Beispiel ab 1926 zwei verschiedene Frauentage mit verschiedenen Aktionsmotiven und Veranstaltern.

Vom Frauen- zum Muttertag

Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler löste sich der BDF auf, um der Gleichschaltung zu entgehen. Dies bedeutete das Ende der größten eigenständigen und partei-unabhängigen Frauenbewegung in Deutschland. Viele der erkämpften Rechte wie das passive Wahlrecht und der Lohngleichheitsgrundsatz wurden wieder abgeschafft. Nicht umsonst hatte die erste Generalmitgliederversammlung der NSDAP in München bereits Anfang der 20er Jahre einstimmig beschlossen, dass eine Frau niemals in die Führung der Partei und in den leitenden Ausschuss aufgenommen werden könne.

Nun wurde ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Hitler verkündete: “Das Programm unserer nationalsozialistischen Frauenbewegung enthält eigentlich nur einen einzigen Punkt – und dieser Punkt heißt: das Kind.“ Dementsprechend wurde der Internationale Frauentag unter der NS-Herrschaft abgeschafft – und stattdessen der Muttertag eingeführt, an dem der “fleißig gebärenden“ deutschen Nationalsozialistin je nach Kinderzahl das bronzene, silberne oder goldene Mutterkreuz verliehen wurde.

Frauen- und Muttertag in Ost und West

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im inzwischen in Ost und West gespaltenen Deutschland verschiedene Versuche, den Frauentag neu zu beleben und unter das große Thema Weltfrieden und internationale Zusammenarbeit zu stellen.

Im Westen begingen KPD und SPD diesen Tag zunächst getrennt. 1956 wurde dann die KPD verboten, während die SPD ihren Kampfgeist vollkommen verloren zu haben schien: Mit Mottos wie “Für eine glückliche Welt“ (1959) und “Glücklicher leben in einer freien Welt“ (1960) spiegelten diese Frauentage lediglich die restaurativen Tendenzen der Nachkriegsära wider. 1963 fand schließlich der letzte von der SPD getragene Frauentag statt.

Im Osten Deutschlands wurde der Tag der Frau in jedem Jahr als offizieller “Muttertag“ begangen – zur Feier der “gesellschaftlichen Befreiung der Frau“ mit der Vergabe von Orden, Urkunden und Ehrenzeichen. Dennoch dienten auch die in der DDR geltenden, zunächst frauenfreundlicher scheinenden Gesetze lediglich dazu, ein System zu stützen, das ebenso wirksam wie das des kapitalistischen Westens verhinderte, Frauen in wirtschaftliche oder politische Leitungsfunktionen aufsteigen zu lassen. 

Renaissance mit der Friedensbewegung

Erst mit dem Aufkommen der Friedensbewegung, die von breiten Bevölkerungsschichten mitgetragen wurde, kam in den frühen 80er Jahren der Internationale Frauentag wieder ins Gespräch. Schon 1978 hatte die Sozialistische Fraueninternationale im kanadischen Vancouver beschlossen, den 8.März als Frauen-Kampftag wieder einzuführen und mit Forderungen nach Frieden neu zu begründen. Im Laufe der nächsten Jahre und unter dem Einfluss autonomer feministischer Bewegungen löste sich der Frauentag immer mehr von seinem parteipolitischen Hintergrund. Heute gilt der 8. März als internationaler Tag der Rechte der Frau, an dem es – je nach aktueller politischer Situation des Landes – um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und verstärkten Kampf gegen Diskriminierung geht.

Die Zukunft des Frauentages

Seit Einführung des Internationalen Frauentages hat die Frauenbewegung viel erreicht – sei es für die gesetzliche Gleichstellung oder den Zugang zu Bildung und Arbeit. Kritische Stimmen beklagen jedoch, dass die Aktionen zum 8. März heute nur noch zum Ritual einer bestimmten Gruppierung von Frauen gehören, die in den 60er und 70er Jahren politisch sozialisiert und durch den Feminismus dieser Jahre geprägt wurden. Auch können viele jüngere Frauen wenig mit dem Aktionstag anfangen. Der “Kampf-Feminismus“ ihrer Mütter und Großmütter erscheint ihnen überholt, und zum Geschlechterkampf sehen sie sich nicht berufen. Längst suchen sie eigene Wege, um sich als Frau in der Gesellschaft zu behaupten. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Institution “Internationaler Frauentag“ angesichts dieser zunehmend individualistischen Haltung bewähren kann.

Quelle: © https://www.wissen.de/ein-tag-im-maerz-der-internationale-frauentag/

About Karo

Karo, Jahrgang 1983, ist der Kopf hinter dem GrünerSinn-Verlag. Gegründet 2013, produziert der GrünerSinn-Verlag von Anfang an alle Druckerzeugnisse klimaneutral und frei von tierischen Produkten, sprich: komplett vegan. Neben dem Verlag findet man Karo, die seit 2012 vegan lebt, oft in der Natur und auf Reisen. Sie liebt es einfach, unbekannte Orte und andere Kulturen zu entdecken.

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