Julia Schierhold-Ulrichs

Julia Schierhold-Ulrichs ist Mutter von vier Kindern, zwei davon späte Frühchen. Die eineiigen Zwillinge kamen in der 35. Schwangerschaftswoche zur Welt. 

„Eine Stimme für Frühchen“ ist das erste Buch der Diplom-Finanzwirtin. Zum Schreiben inspiriert hat sie ihr Mann, der Chefarzt der Neonatologie am St. Franziskus-Hospital Münster ist. Er erzählte ihr von einem Vater, der am Bettchen seiner 255 g zarten Tochter gesessen und ihr vorgelesen hatte. Julia fragte ihren Mann, ob es spezielle Bücher dafür gäbe. Gab es nicht – und so war die Idee zu diesem Buch geboren, das Eltern und Kinder auf ihrem langen, harten Weg unterstützt.

Was es heißt, um das Leben eines Kindes zu bangen, weiß Julias Familie aus eigener Erfahrung. Die 2002 geborene Tochter Antonia erkrankte im Alter von vier Jahren schwer an einer nicht beherrschbaren Epilepsie. Sie kämpft sich jeden Tag durch ihr Leben. Seit sie auf sämtliche Kohlenhydrate verzichtet, sind ihre Anfälle um 75 Prozent zurückgegangen.

Antonia geht in eine Integrativklasse an einer Waldorfschule. Sie zeigt ihrer Familie jeden Tag, dass nicht alles im Leben wie geplant läuft – und dass Leben Liebe ist.

Wenn ein Frühchen das Licht der Welt erblickt, beginnt für die Eltern eine sehr emotionale Zeit, in der sie sich oft hilflos fühlen. Stunden- und tagelang sitzen sie neben dem Inkubator und beobachten die kleinen Vögelchen, die viel zu früh aus dem Nest gefallen sind. Der Anblick ist nicht leicht zu ertragen, denn sie können so wenig für ihre eigenen Kinder tun.

Und doch sind die Frühstarter darauf angewiesen, dass ihre Eltern zu ihnen halten. Schon die Stimmen beruhigen. Die Kinder kennen sie noch aus der Schwangerschaft, und der geliebte Klang ist für sie die einzige Konstante. Er gibt ihnen Sicherheit und Geborgenheit und entspannt sie.

Darum ist das Vorlesen eine wunderbare Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder aktiv zu unterstützen.

Julias Buch beim GRÜNERSINN-VERLAG

Eine Stimme für Frühchen

Dies ist ein „Vorlesebuch am Inkubator“ für Frühstarter und ihre Eltern. Kurzgeschichten zum Vorlesen und Erfahrungsberichte betroffener Eltern, begleitet von liebevollen Bildern sollen Mut vermitteln.

Raupe Usemuck, Carlotta mit dem vermeintlichen Sprachfehler, Schneckenkönig Paul I. oder der etwas zu abenteuerlustige Igel Isidor: Die Helden dieses Buches zeigen, dass das Kleinste manchmal ganz groß ist. So knüpfen die Kurzgeschichten zum Vorlesen am Inkubator ein liebevolles Band zwischen Frühgeborenen und ihren Eltern.

Zusammen mit den Erfahrungsberichten von Frühstarter-Familien und den einfühlsam gezeichneten Bildern, machen sie betroffenen Eltern Mut. Mut, daran zu glauben, dass sich ihr schwerer Weg lohnt.