Können vegane Bücher unser Mindset verändern?

Go Vegan

In meinem vorherigen Beitrag hast du bereits gelesen, was das Lesen veganer Bücher beeinflussen kann. Falls du ihn noch nicht gelesen hast, klicke hier. In diesem Artikel gehe ich etwas mehr in die Tiefe und zeige, welche Aspekte das Lesen veganer Bücher unter anderem umfasst.

1. Ernährung

Wenn du beginnst, dich mit veganer Ernährung zu beschäftigen, wirst du wahrscheinlich erst mal ganz konkrete Fragen haben. Was kann ich essen? Wo gehe ich einkaufen? Was ist überhaupt alles vegan? Durch die Kennzeichnung mit dem V-Label wirst du schneller auf pflanzliche Produkte aufmerksam gemacht. Du musst nicht mühselig jedes Produkt inspizieren und prüfen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass vegane Produkte nicht automatisch gesund sind! Aber dazu mehr im nächsten Abschnitt. Beim Einkaufen wirst du schnell merken, dass der Einkaufswagen voller gesunder und frischer Lebensmittel ist. Wenig Verpackungen, keine Convenience-Produkte, keine Fertigprodukte. Dafür aber frisches Obst und Gemüse. Du wirst automatisch gesünder und öfter kochen. Das bringt mich bereits zum nächsten Punkt.

2. Gesundheit

Kochst du frischer und öfter, wird es dir deine Gesundheit danken. Die Fertigprodukte stecken voller Zucker, Chemie und ungesunden Kalorien. Im Endeffekt weiß man nie wirklich, was drin ist. Ich kaufe keine Lebensmittel mehr, bei denen ich eine Formelsammlung brauche, um die Inhaltsstoffe zu verstehen. Auch ist den Meisten nicht bewusst, dass überall Zucker beigemengt wird. Der Süßstoff hat viele Namen und versteckt sich z. B. hinter Fruktose, Laktose, Raffinose oder Gerstenmalzextrakt. Frisches Obst und Gemüse haben diese Bestandteile nicht. Sie sind fertig, so wie sie sind und voller Nährstoffe, die ein gesunder Körper braucht. Diese Ernährungsumstellung spiegelt sich auch im Alltag wider, denn du wirst fitter, aktiver, fröhlicher und glücklicher. Eine gesunde Ernährung trägt auch zu einem gesunden Geist bei. Deine Haut wird sich straffer anfühlen, deine Haare und Nägel werden stärker, du wirst aus innen heraus strahlen und deine Mitmenschen mit deiner Ausstrahlung begeistern. 

3. Umwelt, Nachhaltigkeit und Müllproduktion

Ein großer Punkt bei einer veganen Lebenseinstellung ist auch das Thema Umwelt. Kaufen wir tierische Produkte, wie Fleisch oder Käse, befinden sie sich immer in Kunststoffverpackungen. Aus hygienischen und anderen Gründen ist es bisher noch nicht möglich, diese Lebensmittel anders zu verpacken. Sehen wir uns in der Obst- und Gemüseabteilung um, dann erkennen wir, dass es sehr viel lose Ware gibt. Diese kannst du bequem in Stoffnetze packen und plastikfrei nach Hause transportieren. Aber nicht nur Verpackungen sind ein großes Thema, sondern auch die damit verbundene Produktion, Ausrottung der Wälder und Tierquälerei. Für die Herstellung eines Rindfleischpatties werden in der Regel 218,4 Liter Wasser benötigt. Der Patty einer veganen Marke hingegen verbraucht lediglich 1,1 Liter.* Anhand dieses einfachen Vergleiches sehen wir, wie groß der Umweltfaktor bei der Lebensmittelherstellung ist. Dies ist ebenfalls ein nicht enden wollender Kreislauf, denn verzichten wir auf Fleisch, werden weniger Tiere geschlachtet. Folglich wird weniger Ackerfläche benötigt und wie Weideflächen sowie Wälder werden der Natur zurückgegeben. Sie können dann ihrer ursprünglichen Aufgabe nachgehen und CO-2 Ausstoß, Energie- und Wasserverbrauch werden reduziert. Regenwälder werden weniger gerodet und die natürlichen Bestände der Tiere (vor allem Fische) können sich erholen und regenerieren. 

Dies ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch nachhaltig, denn die Umverpackungen fallen somit auch weg. Obst und Gemüse lassen sich auch ganz einfach anders oder gar nicht verpacken. Das schont Umwelt, Geldbeutel und vor allem die Tiere.

* Quelle der Angaben: https://css.umich.edu/sites/default/files/publication/CSS18-10.pdf

4. Kosmetikbranche

Weiter gehts mit unseren Haushaltsartikeln, Kosmetika und dem ganzen Kleinkram, der bei uns im Bad herumfliegt. Hier treffen wieder zwei Punkte aufeinander. Verpackungen und Inhaltsstoffe. Lesen wir uns die Bestandteile der Kosmetika durch wird man kaum etwas verstehen. Lateinische Fachbegriffe hat ja schließlich nicht jeder im Kopf. Aber eines kann man ganz einfach verstehen. Nämlich ob ein Produkt tierversuchsfrei hergestellt wurde oder nicht. Durch den Erwerb des V-Labels können auch kosmetische Produkte gekennzeichnet werden. Auch diejenigen, die sich das Label nicht leisten können, haben einen Weg gefunden, um ihre Produkte zu markieren. Oft findet man einen durchgestrichenen Hasen oder einfach nur den Schriftzug VEGAN auf der Rückseite. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie oft sich tierische Bestandteile in Cremes und anderen Kosmetika befinden. Auch Weichspüler hat tierische Inhaltsstoffe, was viele eben nicht wissen. Mit der Kosmetik geht auch wieder die Nachhaltigkeit einher, denn immer mehr Produkte werden in Kartons verpackt, zahlreiche Shampoos und Duschgele werden als feste Seifen angeboten. Es wird immer größerer Wert auf umweltfreundliche Verpackungen gelegt, sodass man teilweise die Behälter sammeln und dann gebündelt an den Hersteller zurückschicken kann. Dafür erhält man dann beim nächsten Kauf Vergünstigungen oder Gutscheine. Wie eine Art Pfandsystem. Einige Produkte, wie WC-Tabs oder Spülmittel kann man ganz einfach selbst herstellen. Das spart Ressourcen, Geld und Verpackungsmaterial.

5. Textilbranche

Unsere Kleidung ist leider auch sehr oft aus Tier hergestellt. Alles, was aus Leder ist, war schließlich mal die Haut eines Tieres. Und das ist nicht die Haut der Kühe, die zum Verzehr geschlachtet werden, sondern speziell gezüchtete Tiere, die nur für die Lederproduktion geschlachtet werden. Der Rest des Tieres wird meistens nicht weiter verwendet und ist somit Abfall. Dabei geht es nicht nur um Rinder oder Leder alleine. Auch Exoten werden gerne getragen, vor allem das Fell der Tiere ist nach wie vor heiß begehrt. Schlange, Krokodil, Fuchs – all diesen Tieren wird die Haut abgezogen damit wir sie uns überziehen können. Auch dafür werden extra Zuchthäuser und Weideflächen betrieben, die der Welt ihre natürliche Flora und Fauna entziehen.

6. Dein persönliches Mindset und die darauffolgenden Handlungen

Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Leser jetzt denken, dass sie selbst die genannten Punkte überhaupt nicht unterstützen und nur ab und zu Fleisch essen. Auch ich gehörte einst zu diesen Leuten. Das Lesen veganer Bücher hat meinen Horizont dermaßen erweitert, dass es ab diesem Zeitpunkt an kein Zurück mehr gab. Ich konnte und wollte diese Industrie und Lobby nicht weiter unterstützen. Hätte ich mich nicht mit dem Thema veganer Ernährung beschäftigt, hätte ich nicht zahlreiche dieser Bücher, Artikel und Berichte gelesen. Mein Mindset hat sich um 180° gedreht. 

Dann merkte ich, dass das viel mehr tangiert als nur die Ernährung. Meine gesamte Lebenseinstellung hatte sich verändert.

Mittlerweile verwende ich auch vegane kosmetische Produkte, Kleidung und verwende deutlich weniger Plastik, als zuvor. Ich sehe die Welt mit anderen Augen und beschränke mich nicht nur auf die Ernährung, sondern sehe auch Umwelt, Nachhaltigkeit und die Lebensweise allgemein. 

Fazit

Fassen wir zusammen: Das Lesen veganer Bücher kann einen sehr großen Einfluss auf deine gesamte Lebenseinstellung haben. Du wirst versuchen dein Umfeld davon zu überzeugen, oder deinen Freunden von deinen Erkenntnissen zu berichten. Aber nicht alle werden das mit Dankbarkeit aufnehmen. Einige werden dem Thema sicherlich kritisch gegenüberstehen. Da ist es dann wichtig nicht zu missionieren, sondern zu informieren. Ansonsten erreichst du nur das Gegenteil und dein Gegenüber macht zu.

Das Lesen veganer Bücher ist ein weitläufiges Thema, das nicht nur einen Punkt betrifft, sondern mehrere, die ineinander übergehen und sich gegenseitig ergänzen. 

Beschäftigst du dich mit deinem Mindset, kannst du wahre Wunder bewirken. Jeder Einzelne zählt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umwelt.

Wenn du dich mehr über das Drucken veganer Bücher informieren möchtest und wissen willst, welche Inhaltsstoffe wir verwenden, kannst du gerne diesen Artikel lesen. Darin wirst du alle wichtigen Informationen zu diesem Thema finden.

Wie siehst du das ganze? Ist dein Umfeld mittlerweile offen für die vegane Lebenseinstellung? Welche Bücher hast du zu diesem Thema bereits gelesen? Schreibe es gerne in die Kommentare.

Sylwia Ernesto / Feder und Tinte

2 Gedanken zu „Können vegane Bücher unser Mindset verändern?

  1. Patrick Hager Antworten

    Hallo Sylvia,

    als Literatur zum Veganismus, hat mir vor allem die Veganissimo-Reihe (die auch im Internet zu finden ist: http://www.veganissimo.de/band2/) wertvolle Infos und Argumente an die Hand gegeben, mit denen ich mein “neues Leben” untermauern konnte.

    Ja, Bücher waren bei mir tatsächlich nicht der Auslöser, dass ich 2007 vegan wurde. Den Stein ins Rollen brachte die Doku Earthlings (https://www.youtube.com/watch?v=WqT5g9y4dmE), die in mir einen Schalter umlegte. Der Film war so aufwühlend, so herzzerreißend und doch so erhellend, dass ich nicht anders konnte als vegan zu leben. Ich wollte nicht “mitschuldig” sein.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Patrick

    • Sylwia Autor des BeitragsAntworten

      Hallo Patrick,
      Danke für deinen Kommentar.
      Der Film muss in der Tat sehr aufwühlend sein, ich persönlich habe ihn noch nicht gesehen, aber zahlreiche andere Filme, die dasselbe thematisieren. Ich bin voll und ganz deiner Meinung, dass man danach kaum noch anders kann, als sich vegan zu ernähren.
      Dir alles Gute und liebe Grüße,
      Sylwia

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