Sieben Fragen an Lars Walther

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Sieben Fragen an Lars Walther, Fotograf, Videomacher und Hörbuchsprecher beim GrünerSinn-Verlag

Viele von euch kennen Lars aus aus dem VeggieWorld-Podcast, bei dem er Woche für Woche tolle Interviews, News und Hintergrundinfos veröffentlicht. Einige haben ihn bestimmt auch schon auf der Bühne mit seinem Programm “Everyday Heroes” gesehen, bei dem er auf charmante und witzige Weise erklärt wie wir jeden Tag ein kleines bisschen unsere Welt verbessern können.

Lars ist ein wahrer Tausendsassa! Fotografieren, Videos drehen, Hörbücher produzieren und auch einsprechen – das ist nur ein Auszug der ganzen kreativen Dinge, die Lars für uns macht!


Lars verfolgt eine tolle Philosophie!

© 2018 Lars Walther

Sie ist ehrlich, direkt und dealistisch.

Unsere Zeit ist unser höchstes Gut, und wie wir sie verbringen, unsere wichtigste Investition. Menschen kennen zu lernen, eine ehrliche Verbindung aufzubauen und ihr echtes, ungekünsteltes Ich einfangen. Das ist, was Lars tut und was er liebt. 

Wir alle haben Handys, alle kennen irgendwen, der eine große tolle Kamera hat. Die Technik steht nicht mehr im Weg von guten Bildern.

Der Unterschied zwischen knipsen und fotografieren liegt nicht in der Kamera – sondern in der Zeit, die wir verbringen und in der Wahrheit, die eingefangen wird.​ Übermäßige Bildbearbeitung sind Lars´ Meinung nach der Grund für große Unsicherheit und ein unrealistisches Körperbild bei allen Geschlechtern.

Deswegen hat er sich der “Body Positivity” Bewegung verschrieben und möchte natürliche Schönheit und Vielseitigkeit aller Menschen zeigen, damit wir wieder lernen, unser Gesicht, unsere Hautfarbe, unser Alter, unseren Körper zu lieben.​


Für uns hat Lars sieben interessante Fragen beantwortet:

1. Wie bist du zum GrünerSinn-Verlag gekommen und was machst du dort genau?

Im Frühling 2016 hatte ich mir in den Kopf gesetzt, endlich mal ein Hörbuch zu sprechen. Ich bin seit 2008 als Schauspieler und seit 2012 vor allem als Synchronsprecher unterwegs, hatte aber noch nie das Vergnügen gehabt, ein Hörbuch einzulesen, abgesehen von kleinen, privaten Projekten.
Und da ich ein großer Fan von offenem und unkompliziertem Versuchen bin, habe ich Karo einfach angeschrieben und gefragt, ob ihr Verlag nicht Lust auf ein Hörbuch hätte.
Mir war das Konzept eines veganen Verlags bis dahin noch gänzlich fremd gewesen, dabei war ich schon seit ein paar Jahren selbst vegan.
Es hat bei uns beiden direkt “Klick!” gemacht, wir haben uns super verstanden (hoffe ich zumindest!) und der Rest ist Geschichte.
Daraus kam das kleine aber feine “In den Wäldern“, und ein Jahr später führte ich dann bei “Eine Stimme für Frühchen” Regie, dass wir von meiner wunderbaren Kollegin Demet Fey einsprechen ließen.

Ich bin also als Sprecher beim Verlag, werde allerdings in Zukunft auch Fotos machen – ein Ausgleich zu meinem sehr tonlastigen Beruf.

2. Du bist ein begnadeter Sprecher. Wie bist du dazu gekommen?

Danke! Ich selbst kann mich zwar mittlerweile ganz gut objektiv hören, halte mich aber nicht grad für ne Knallerstimme. Da haben die Kettenraucher leider oft einen Vorteil (das ist auch der einzige!). Ich habe 2008 meine Schauspielausbildung in Köln abgeschlossen, spielte bis 2012 vor allem Theater, hatte die tolle Möglichkeit, bei zwei sehr unterschiedlichen Kinofilmen mitzuspielen und bekam dann die tolle Chance, vorm Mikro als Sprecher zu arbeiten.  Ich bin seit Kindheitstagen ein riesiger Fan von Hörbüchern und Hörspielen und mag die Arbeit und auch das Business des Sprechens sehr gern, es ist für mich familiärer und geerdeter als die Arbeit beim Film. Gerade in Köln, wo jeder jeden kennt, ist alles sehr entspannt.    Seit 2016 führe ich vor allem Synchronregie in einem großen Studio, das Videospiele lokalisiert, also in der deutschen Sprache vertont, das ist auch ein Heidenspaß, wenn auch manchmal ganz schön chaotisch.  

3. Welche Rolle / Welches Projekt hat dir bisher am meisten Freude bereitet?

Das ist eine knifflige Frage! Ich durfte 2013 in einem großartigen Kinderfilm, “Gespensterjäger auf eisiger Spur” mitspielen, wo ich drei Monate lang an der Seite von fantastischen Menschen vor und hinter der Kamera arbeiten durfte. Ich habe von berühmten und weniger berühmten Leuten gelernt, irre Geschichten gehört, lange kalte Nächte am Set verbracht und musste mir einen britischen Dialekt beibringen, weil das Projekt auf englisch gedreht wurde.  Ich habe von Anke Engelke viel über “Arbeitszeit ist Lebenszeit” gelernt, von einer legendären Maskenbildnerin Geschichten über Sean Connery und von einem einzigartigen Tonmeister über Helge Schneider gehört.  Ich durfte einen glibbrigen Geist spielen (der im Deutschen von Bastian Pastewka gesprochen wird) und habe Freunde gewonnen, die mich bis heute begleiten.  Das war definitiv ein Lieblingsprojekt. Ansonsten war es mein erstes großes Regieprojekt, “Battlefield 1”, ein Videospiel, dass im ersten Weltkrieg spielt und diesen Krieg sehr realistisch und überraschend verantwortungsvoll behandelt. Ich habe bei den Arbeiten sehr viel über Geschichte gelernt und habe im Studio Gänsehaut bekommen, als wir einige historische Texte aufgenommen haben. Da habe ich mich in meinem Pazifismus nochmal bestärkt gefühlt. Ich glaube, dass Videospiele eine Erzählform von Geschichten sind, die in den nächsten Jahren noch erwachsener und komplexer werden, und die von vielen sehr unterschätzt werden. Aber ich schweife ab. Hach, sorry, bei dem Thema könnte ich stundenlang.

4. Du produzierst u.a. auch den Podcast für die VeggieWorld. Welcher Interviewpartner hat dich am meisten beeindruckt und warum?

Am meisten beeindruckt hat mich definitiv Niko Rittenau. Er ist Koch und Ernährungswissenschaftler, der 2018 sein erstes Buch “Vegan Klischee adé” herausgebracht hat, nebenbei seinen Master studiert, mit seinen drei KollegInnen das “Plant Based Institute”, eine vegane Kochschule, betreibt, nebenbei noch eine umfangreiche Videoreihe von Interviews mit renommierten Wissenschaftlern kostenfrei auf Youtube online gestellt hat und – ach ja – noch Artikel schreibt, Vorträge hält und sich wiederholt von mir vor’s Podcastmikro zerren lässt.

Und habe ich erwähnt, dass er erst Mitte Zwanzig ist? Da fällt mir nix mehr ein. Das ist kein Neid mehr, das ist Bromance. 😉

Aber im Ernst, Niko ist eine der wichtigsten Personen, was den Fortschritt veganer Ernährung in Deutschland und darüber hinaus angeht, und er hat mir und unseren Hörern schon oft geballtes Wissen über Ernährung beigebracht – und Ernährungsmythen wie über Gluten und Soja entzaubert.

Hammer Typ.

5. Was machst du, wenn du nicht gerade kreativ bist?

…ich verstehe die Frage nicht. Puh, ich bin leider jemand, der zu viele Interessen hat. Die Leute lachen da immer drüber, meine Frau Nicole eher weniger. Die muss mich schon mal bremsen, wenn ich wieder irgendeine fixe Idee habe.  Wenn ich eine Auszeit brauche und nicht kreativ sein kann oder will, dann mache ich beim “Cube of Truth” von Anonymous for the Voiceless mit, einer ganz ganz tollen Tierrechts- und Umweltschutzorganisation, die ich allen an’s Herz legen kann – oder ich mache ganz normale Sachen. Ich koche fast so gerne wie ich esse – vor allem für Gäste. Gerne viel, gerne herzhaft. Oder ich genieße Spaziergänge mit meiner Frau und unserer Hündin Lidia, oder wir kollabieren mit unseren Katzen auch mal vorm Fernseher.   Aber das hält meist nicht allzu lange an…  

6. Als Multitalent bist du auch Stand-Up-Comedian. Woher rührt die Idee und wie sieht dein Programm aus?

Ich habe im Herbst 2015 Gabriele Busse auf der Bühne gesehen, die so zugänglich und menschlich war, dass ich dachte “Hey, das darf man? Das geht?” Und dann wollte ich das auch.
Ich habe dann zwei Wochen an meinem Programm geschrieben und bin im Dezember in der Krümelküche in Duisburg aufgetreten.
Mein Programm habe ich dann bis Mitte 2016 gespielt und dann Anfang März 2018 in gekürzter und überarbeiteter Form auf der Veggieworld Rhein Main.

Mein Programm ist sehr persönlich, ich nenne es “Gutmenschenalarm – Pflanzenfresser goes Kabarett”, und ich spreche natürlich viel über Veganismus und wie die Menschen darauf reagieren. Dabei nehme ich eine Menge auf die Schippe, auch Veganer, natürlich auch mich, sonst funktioniert Comedy nicht, finde ich. Ich mag keine Schadenfreude.
Mein Programm hat aber auch viele ernstere Töne, da ich versuche, den Menschen im Publikum, die oft keine VeganerInnen sind, einen Gedankenanstoß zu geben, ihr Konsumverhalten mal zu überdenken.

Ich bin ganz ehrlich unsicher, ob ich mit meinem Programm auf Tour gehen soll. Es ist ein sehr privater Prozess, alleine mit selbstgeschriebenen Witzen vor einem Haufen Leuten zu stehen. Wenn da Leute aufstehen und gehen – was mir schon oft passiert ist, ich bin da wohl etwas unbequem – dann stellt man sich schon mal in Frage.
Und ich halte mich nicht gerade für den lustigsten Menschen der Welt.
Ich hatte Stand Up angefangen, weil es das noch gar nicht richtig gab und es ausprobieren wollte – da ich zahlreiche Projekte, gerade auch in Richtung Veganismus habe, wird sich noch zeigen, inwiefern ich mit meinem Programm weiter machen werde.

7. Wann und wo kommen wir zu der Ehre deine fabelhaften Fotos von deinem „Vegans“-Projekt zu bestaunen?

Oha! Ich habe im Januar 2018 eine Fotoserie namens “vegans.” angefangen, wo ich die wunderbaren Unterschiede und Gemeinsamkeiten vegan lebender Menschen portraitieren wollte. Das Projekt ist ganz schön gewachsen, und nun sind es ca. 60 Menschen, die ich in dieser Serie abgelichtet habe.  Ich plane in der Tat eine Ausstellung, nur den Ort und die Zeit kann ich noch nicht genau preisgeben. Ich halte Euch auf dem Laufenden!   

Ihr möchtet mehr über Lars erfahren, dann schaut mal auf seiner Webseite vorbei: https://www.larswalther.com/


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Karo

Karo, Jahrgang 1983, ist der Kopf hinter dem GrünerSinn-Verlag.

Gegründet 2013, produziert der GrünerSinn-Verlag von Anfang an alle Druckerzeugnisse klimaneutral und frei von tierischen Produkten, sprich: komplett vegan. Neben dem Verlag findet man Karo, die seit 2012 vegan lebt, oft in der Natur und auf Reisen. Sie liebt es einfach, unbekannte Orte und andere Kulturen zu entdecken.
Karo

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